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Welpenspiel - Warum ... ?

W E L P E N S P I E L S T U N D E   -   W A R U M   E I G E N T L I C H   . . .   ? 

So ein Quatsch ! Das gab es früher auch nicht und wir hatten trotzdem normale Hunde.“ - Dieser Gedanke taucht immer mal wieder auf. Dabei wird allerdings übersehen, daß die Welpen früher auch erst mit frühestens 12 Wochen von Mutter und Wurfgeschwistern getrennt wurden. Nach dieser Zeit war die wichtigste Entwicklungsphase ihres Lebens,

die Sozialisationsphase,

weitgehend abgeschlossen. (Der Begriff Prägephase ist an dieser Stelle falsch, da er einen anderen Prozeß bezeichnet und mit der 8. Lebenswoche des Welpen bereits abgeschlossen ist.)

Die Sozialisationsphase beginnt mit der 4. Lebenswoche und endet etwa mit der 16. Woche, je nach Rasse. Neugier und Lerntrieb sind bei Ihrem Welpen nun extrem ausgeprägt, Lernen findet optimal und mit größtmöglicher Effektivität statt. Ihr Welpe reagiert massiv auf Umweltreize und im Gehirn finden wichtige Wachstums- und Differenzierungsprozesse statt. Das Gehirn ist jetzt in seiner entwicklungsfähigsten Phase überhaupt, und die Grundlage für das spätere generelle Lernvermögen Ihres Welpen wird gebildet.


 


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S P I E L   U N D   S P A ß 

stehen natürlich in der Welpenspielstunde an oberster Stelle. Über das Spiel macht Ihr Welpe lebenswichtige Erfahrungen, die sich direkt auf die Entwicklung seines Gehirns auswirken. Die Sozialkontakte mit Gleichaltrigen ermöglichen

- ausgelassenes Spiel in einem ausgewogenen Kräfteverhältnis,
- das Erlernen der Hundesprache (die sozialen Gesten sind zwar angeboren, sie bei anderen richtig zu deuten und selber passend zu reagieren muß jedoch erlernt werden),
- korrektes und angemessenes Verhalten gegenüber Artgenossen (erwachsene Tiere drücken bei den Kleinen viel öfter mal ein Auge zu),
- Entwicklung der Beißhemmung, Akzeptanz von Grenzen (= Frust-Toleranz) etc.

Das Spiel mit Gleichaltrigen ist völlig anders als das mit erwachsenen Hunden. Wer die Gelegenheit hat, beides zu beobachten, wird den Unterschied schnell feststellen.

Außerdem wird Ihr Welpe in kurzer Zeit mit unterschiedlichsten Umweltreizen konfrontiert. Da sind z.B. Flatterbänder, laute Klapperdosen oder verschiedene Untergründe (Kiesbett, Knisterfolie ...), über die er laufen kann, tolle Verstecke und Turnmöglichkeiten fördern die motorischen Fähigkeiten und damit die spätere Geschicklichkeit Ihres kleinen Zwerges.

Sie haben in dieser Zeit die Chance,


 


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D I E   E N T W I C K L U N G   D E S   G E H I R N S   I H R E S   W E L P E N 

zu fördern und Ihrem Welpen so ein gutes Lernvermögen und weitgehend streßfreies Leben zu ermöglichen.

Im Gehirn werden in der Sozialisationsphase die Verbindungen (= Synapsen) zwischen den einzelnen Neuronen (= Nervenzellen) gebildet. Je mehr Neurone sicher und funktionierend untereinander verbunden sind, desto leistungsfähiger ist das Gehirn – und damit auch der Organismus. Es werden um so mehr Synapsen ausgebildet, je mehr Umweltreize Ihr Welpe in der Sozialisationsphase kennenlernt und verarbeitet. Er kann besser lernen, kommt mit Umweltreizen besser zurecht, ist variabler in seinem Verhalten und besser in der Lage, sich auf wechselnde Lebensbedingungen und Streß jeder Art einzustellen.

Zum Vergleich: Bei der Geburt des Welpen ist jede Zelle mit 10 bis 100 anderen wirksam verbunden. Nach Abschluß der Wachstums- und Differenzierungsphase des Gehirns kann eine einzelne Zelle über mehr als 10.000 Synapsen verfügen.

Je mehr Umweltreize Ihr Welpe also in dieser Zeit erfährt und verarbeitet, desto besser ist er am Ende der Sozialisationsphase in der Lage, artgerecht und angemessen zu reagieren, seine Emotionen zu kontrollieren und aus Erfahrungen zu lernen. Unter dem Begriff Umweltreize ist alles zu verstehen, was in irgendeiner Form von außen auf Ihren Welpen einwirkt

Ein trauriger Beweis für die Wichtigkeit von Erfahrungen und Umwelteindrücken während der Sozialisationsphase ist das Ergebnis der folgenden Studie (durchgeführt Ende der 60er Jahre):

Hundewelpen wurden, nachdem sich die Augen geöffnet hatten, bis zum Ende der Sozialisationsphase nur im Dunkeln gehalten. Diese Hunde hatten später organisch gesunde Augen – waren aber vollständig blind, da das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) nicht gelernt hatte, die einkommenden Lichtsignale zu verarbeiten.

Gönnen Sie sich und Ihrem Welpen also die Freude und den weitreichenden Nutzen einer Welpenspielstunde . Es ist eine Investition in die Gesundheit und Lebensqualität Ihres kleinen Lieblings.



 


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